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Startseite : Gesunde Kinder und Jugendliche : Empfehlungen Kinderunfallprävention
Empfehlungen Kinderunfallprävention
Kinderunfälle sollen bis 2012 um 20 % gesenkt werden
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) hat nationale „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland“ vorgelegt, mit deren Hilfe die Zahl der Kinderunfälle in Deutschland in den nächsten 5 Jahren um 20 % gesenkt werden soll. Mit dem Konzept, das sich in fünf Zielbereiche gliedert, sollen Ressourcen gebündelt, alle beteiligten Partner auf eine gemeinsam getragene Zielorientierung verpflichtet und neue Partner gewonnen werden.
Die Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland sollen den gesellschaftlichen Stellenwert der Kinderunfallprävention in Deutschland erhöhen und den Einstieg in eine systematische und gemeinschaftliche Herangehensweise in den nächsten Jahren bilden. Sie richten sich vor allem an die politisch Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, an die Fachwelt und die Akteure im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem, aber auch an Initiativen und engagierte Einzelpersonen.
Der Tatsache, dass die Kinderunfallprävention eine Gemeinschaftsaufgabe und auch nur als solche zu bewältigen ist, wurde auch in der Entwicklungsphase der Empfehlungen Rechnung getragen. So veranstaltete die BAG ein Experten-Hearing, zu dem ein breites Akteursspektrum aus Wissenschaft und Praxis eingeladen war, und bezog auch die Kompetenz ihrer Mitgliedsorganisationen ein. Das Ergebnis ist eine Matrix, die im Prozess der Zusammenarbeit verschiedener Partner weiterentwickelt und ergänzt werden soll.
Vorangegangen war der Entwicklung der „Empfehlungen“ eine gründliche Analyse der Anbieter und Aktivitäten im Bereich der Kinderunfallprävention, die verdeutlicht hatte, wo unausgeschöpfte Präventionspotentiale liegen. Die Empfehlungen werden darüber hinaus abgeleitet aus epidemiologischen Daten zu tödlichen und nicht tödlichen Kinderunfällen sowie aus Erkenntnissen zu relevanten Unfallorten, - mechanismen und Risikofaktoren.
Insgesamt soll nicht die absolute Zahl der Kinderunfälle in den nächsten fünf Jahren gesenkt werden – dies wird durch den Rückgang der Kinderzahlen vermutlich sowieso geschehen -, sondern die Unfallraten für die jeweiligen Altersgruppen sollen um 20 % reduziert werden.
Bei der Auswahl der einzelnen Zielbereiche orientierte man sich an Leitfragen, z.B. an den Fragen nach der epidemiologischen Relevanz und den Möglichkeiten zur Intervention. Auf diese Weise wurden fünf Zielbereiche definiert:
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Ziel 1: Bis zum Jahr 2012 ist die Kinderunfallrate in Familie und Freizeit reduziert und die Kompetenz von Kindern und Eltern im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
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Ziel 2: Bis zum Jahr 2012 ist die Zahl der Kinderunfälle in Kindertagesstätten deutlich reduziert und die Kompetenz von Kindern, Eltern und Erzieher/innen im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
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Ziel 3: Bis zum Jahr 2012 ist die Zahl der Kinderunfälle in Schulen und auf dem Schulweg deutlich reduziert und die Kompetenz von Kindern, Eltern, Lehrer/innen und Betreuungspersonal, Schulträgern, Schulaufsicht im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
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Ziel 4: Bis zum Jahr 2012 machen Kreise und Städte Kinderunfälle zu einem prioritären Thema, um die Zahl der Kinderunfälle zu verringern.
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Ziel 5: Bis zum Jahr 2012 sind die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Unfallprävention im Kindes- und Jugendalter nachhaltig verbessert.
Mit dem fünften Zielbereich sind Querschnittsaufgaben abgedeckt, beispielsweise Empfehlungen zur Produktsicherheit und zur Qualitätssicherung von Maßnahmen. Für jeden der fünf Zielbereiche sind, dargestellt in tabellarischer Form, Teilziele und einzelne Maßnahmen sowie auch bereits Startermaßnahmen und dazugehörige mögliche Kooperationspartner benannt. Auf diese Weise kann mit der Umsetzung der Empfehlungen sofort begonnen werden. Hier ein illustrierendes Beispiel aus dem Zielbereich 1: Dort findet sich das Teilziel „Eltern und Kinder sind bis 2012 flächendeckend über alterstypische Unfallgefahren und wirksame Präventionsmaßnahmen aufgeklärt.“ Eine – hier beispielhaft genannte – Maßnahme aus diesem Teilziel lautet „Informationsvermittlung durch Vereine und freie Träger“, als Startermaßnahme findet sich „die Verankerung entsprechender Informationsvermittlung in der Übungsleiter/-innen-Ausbildung“, genannte Kooperationspartner sind die Sportverbände Deutscher Olympischer Sportbund, Deutscher Turnerbund und Deutscher Fußballbund.
Politischen Nachdruck verleiht den Empfehlungen auch, dass sie einer internationalen Forderung nachkommen: Durch eine Mitteilung der EU-Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über Maßnahmen für ein sichereres Europa waren die Mitgliedsstaaten aufgefordert worden, auf der Basis nationaler Aktionspläne Strategien und Maßnahmen zur Unfallprävention, darunter auch für Kinder und Jugendliche, zu entwickeln.
Interessenten aus dem Kreis der eingangs genannten Zielgruppen können die Empfehlungen, die in Broschürenform veröffentlicht sind, auf der Homepage der BAG www.kindersicherheit.de herunterladen oder sich telefonisch an die Geschäftsstelle der BAG in Bonn wenden unter der Telefonnummer 02 28 / 688 34-10.
(Eingestellt am 4. September 2007 von Bettina Berg; Quelle: BAGMehr Sicherheit für Kinder e.V.)
Seite erstellt am: 04.09.2007 11:46:00
Inhalte eingestellt von: Bettina Berg


